Bergwerksmuseum Rammelsberg

01.04.2017 - Horst Neumann

Besuch des Bergwerkmuseum Rammelsberg in Goslar

(Text: H. Neumann, Fotos: H. und T. Neumann)

Dieser Ausflug der DDG-Mitglieder führte diesmal ins innere des Rammelsberg. Unser Vorsitzender Uwe Langnickel und Henrik Grüger, beide zünftig bekleidet, da ja beide mit dem Rammelsbergwerk beruflich zu tun haben, bzw. hatten, übernahmen die Führung.


Beim Eintritt auf das Gelände des Bergwerksmuseums fallen besonders die Hangaufbereitungsanlage mit dem 1938 fertiggestellten Fördergerüstes auf.


Nach der Begrüßung durch Uwe und Erklärung der ehemaligen Waschkaue und Erhalt der Schutzheme begaben wir uns zu der schon wartenden Grubenbahn welche uns "vor Ort" bringen sollte.


In der engen Kabine war es stockdunkel. (Die Dunkelheit wurde nur durch das Blitzlicht der Kamera erhellt). So fuhren wir ca. 500 m im sogenannten Hängebankstollen bis zum ca. 100 Jahre alten Richtschacht in den Berg hinein.

Dort erwartete uns schon Uwe um uns die Funktion des senkrech nach unten führenden Schachtes zu erlären. Dieser Schacht ist ein Blindschacht, welcher keine Übertageöffnung hat. Über diesem Schacht steht die Fördereinrichtung aus den 40 zigern Jahren, an welche die mit Erz gefüllten Wagen angehängt (daher der Name Hängebank) und aus dem senkrechten Schacht nach oben gezogen wurden. Im Stollen selber stehen in ausgearbeiteten Buchten diverse Geräte und Einrichtungen aus der Geschichte des Bergwerkes, welche von Uwe im Detail erklärt wurden.

Uwe führte uns vor, wie mittels einem langen Druckluftbohrer per Hand die Bohrlöcher für die Sprengladungen gesetzt wurden. Das war schon eine enorme Erleichterung gegenüber dem früherem Abbau mittels Hammer und Schlegels (Meißel) bei Kienspan- bzw. Öllampenlicht. Auch das “Feuersetzen” war eine Methode um den Fels brüchig zu machen (s. Bericht “Klönabend”).

Die Bohrungen wurden in einer bestimmten Reihenfolge angebracht, die Zündung der Sprengladungen geschah zeitlich und örtlich versetzt um einen gleichmäßigen Ausbruch zu erhalten. In die geschützte “Frühstücksbucht” setzte man sich dann zur wohlverdienten Pause.


Später ersetzte man das schwere Bohren mit der Hand durch auf Lafetten gesetzte, ebenfalls mit Druckluft betriebene Bohrgeräte, welche die Bohrstangen ins Gestein trieben. Nach dem Ausbruch wurden die mit dem erzhaltigen Gestein gefüllten Förderwagen (Hunte) mit der über dem Blindschacht installierten Aufzugseinrichtung hoch gezogen und durch den Hängebankstollen übertage zum Schrägaufzug gebracht.

Wo ab 1936, bis zur Abtäufung des neuen Schachtes und des Fördergerüstes 1938, die Erzförderwagen zur Aufbereitungsanlage hoch transportiert wurden, fuhr nun unsere Gruppe, begleitet von Henrik, ca. 100 m nach oben. Nach 1938 diente der Schrägaufzug nur noch dem Materialtransport.

In der obersten Ebene der Aufbereitungsanlage angekommen erklärte Henrik Funktion der Ankage. Die mit Erzgestein gefüllten Wagen wurden mittels des Fördergerüstes aus dem Schacht hochgezogen und das Material über eine Vorrichtung in die Bunker abgekippt. Von dort wurde es in Brechern in mehreren Stufen sehr fein zerkleinert. In der letzten Stufe, der Flotation, schwemmte man das nun fast staubförmige Material in Wasser auf. Dabei trennte sich das “taube” Gestein vom Erz. Das schwerere Erz sank auf den Boden und wurde dann zur Verhüttung nach Oker transportiert.

it Blick auf die Aufbereitungsanlage von oben stiegen wir wieder in den Schrägaufzug, fuhren nach unten und beendeten en Ausflug in die Vergangenheit des Bergwerks bei Kaffee und Kuchen.
m letzen Bild ist ein vom Bildhauer Christoph Wilmsen-Wiegmann bearbeiteter Erzbrocken mit einem Handabdruck zu ehen, als Metapher für die Arbeit der Bergleute.